Bahnhöfe

Anfang des 19 Jahrhunderts läuteten die technischen Neuerungen eine neue Ära ein. Bahnbrechend war die Erfindung der Dampfmaschine, die die Mobilität mit der Eisenbahn und Dampfschiff ermöglichte und den Ausbau des Verkehrsnetzes zur Folge hatte. Es etablierten sich Vergnügungs- und Erholungsreisen der gehobenen Klientel, für die der Franzose Louis Vuitton passende Kabinen- und Schrankkoffer entwickelte.

Für die europäischen Herrscherhäuser wurden prachtvolle Reisezüge geschaffen, und so stand auch Kaiserin Elisabeth ab 1873 auf ihren Eisenbahnreisen eine Reisewagengarnitur zur Verfügung, die  aus einem Salon- und einem Schlafwagen bestand, ausgestattet  mit elektrischer Beleuchtung, Dampfheizung und Toilette.
Ein Nachbau der Innenausstattung ist zu sehen im Sisi Museum in der Wiener Hofburg.
Der 1873/1874 angefertigte Salon- und Schlafwagen befindet sich im Technischen Museum.

1833 entstand nach dem Vorbild  des Londoner Lloyd der „Österreichische Lloyd“, die größte Schifffahrtsgesellschaft Österreich-Ungarns und des Mittelmeeres, dessen Dampfschiffe  von Triest aus bis in den fernen Osten fuhren, um Verbindung zu den damals bereits zahlreich existierenden Beziehungen wie den  k.u.k.  Levantepostämtern und den  k.u.k. Konsulaten  zu halten.

1856 plante der Trentiner Luigi Negrelli den von Lesseps 1869 fertiggestellten Suezkanal.

 

Augsburg

Im neu konzipierten Eisenbahnmuseum in Augsburg, der „Bahnpark Augsburg“ steht die historische Dampflok 415 der ehemaligen österreichischen Südbahn Wien - Triest aus der Zeit der Kaiserin Sisi. Dieses historisch so wertvolle Exponat aus dem Jahr 1897 wurde im Jahre 2016 von St. Pölten bei Wien nach Augsburg transportiert.

In diesem Kultur- und Museumsprojekt, „Rundhaus Europa“ genannt, erzählen 29 historische Lokomotiven aus vielen europäischen Ländern die Kulturgeschichte Europas. Die Botschafter-Lokomotive aus Österreich symbolisiert das Jahrhundert der Eisenbahn. Diese Schnellzug-Dampflokomotive Nr. 415 wurde 1897 für die „k.u.k. privilegierte Südbahn-Gesellschaft“ mit Sitz in Wien gebaut.

In der Ausstellung gibt es weiterhin noch weitere drei historische Dampflokhallen mit Werkstatt-Atmosphäre und eine historische Schmiede zu sehen.

Am 10.10.2021 stattete die Kaiserin alias Sabine Rossegger dem „Bahnpark Augsburg“ und der historischen Dampflok 415 einen Besuch ab.

 

Triest

Triest war zu Sisis Zeiten die bedeutendsten Hafenstadt der österreichischen Monarchie und die Endstation der ehemalige Südbahn aus Wien. 1878 wurde das heutige Bahnhofsgebäude – Trieste Centrale - gebaut und eingeweiht.

Während der österreichisch-ungarischen Zeit gab es einen weiteren Hauptterminal, den Triester Staatsbahnhof (Trieste Sant’Andrea), der 1906 von der Österreichisch-Ungarischen Bahn gebaut wurde. Damals kamen die Fahrgäste aus Wien am Bahnhof Trieste Sant’Andrea an, der 1923 in “Trieste Campo Marzio” umbenannt wurde.

Heute dient der Prachtbau einem Eisenbahnmuseum, dem Museo di Trieste Campo Marzio, das ausschließlich der Welt der Eisenbahn gewidmet ist. Dieser Kopfbahnhof von 1906 ist ein architektonisches Juwel des Jugendstils, das in Europa selten zu finden ist und somit auch einen Teil der Ausstellung bildet.

Im Freien des Bahnhofs-Museums stehen Lokomotiven sowie österreichisch-ungarische und deutsche Waggons, die als Reparationszahlungen für Kriegsschäden entrichtet wurden. Somit geben diese Züge im Kleinen die große Geschichte dieser Gebiete wieder.

Seit dem 11. Juni 2021 ist die Verbindung zwischen Triest und Wien wieder aktiv. Der Eurocity fährt einmal täglich nach Triest, auf derselben Strecke, die 1857 für die „k.u.k. privilegierte Südbahn von Wien über Graz - Maribor-Ljubljana gebaut wurde. Nach 150 Jahren kommt diese Linie wieder zu Ehren.

 
Meran

Als Meran im 19. Jahrhundert an das europäische Bahnnetz angeschlossen wurde, entwickelte es sich zum angesagten Kurort. Ein großzügiges und architektonisch anspruchsvolles Bahnhofsgebäude entstand, das seit 2004 unter Denkmalschutz steht.

1859 wurde der von Luigi Negrelli im Stil des Wiener Neoklassizismus entworfene Bahnhof eröffnet. Mit dem Meraner Kurhaus im Jugendstildekor und der Architektur des 1883 erbauten Grand Hotels entsteht ein eindrucksvolles Stadtbild.

 

Budapest

Als 1884 der im Neorenaissancestil errichtete Kopfbahnhof eröffnet wurde, galt er als einer der modernsten Bahnhöfe Mitteleuropas.

Im Inneren des Bahnhofs befinden sich zwei Statuen der Erfinder der Lokomotive, J. Watt und G. Stephenson, die von wunderbaren Fresken umgeben sind.

 

Gödöllö

1867 wurde das Bahnhofsgebäude eröffnet. Franz Josef I. und Sisi reisten seitdem
mit ihrem Gefolge regelmäßig mit dem Zug von Wien nach Gödöllö.
Der Königliche Wartesaal wurde vom Schloss verwaltet und bei Ankunft des Paares wurde zwischen Gebäudeeingang und dem Zug der rote Teppich ausgelegt.

Die Verbindung von Budapest nach Gödöllö wird bis heute auch “königliches Gleis” genannt. Einmal im Jahr rollt der kaiserliche Sissi-Zug von Nyugati Bahnhof über die alten Gleise in Richtung Gödöllö, zum ungarischen Lieblingsschloss der Kaiserin.

 

Possenhofen, Starnberg

Der Initiator des Baus des Bahnhofs Possenhofen, König Maximilian II, verstarb noch vor dessen Eröffnung. Sein Sohn Ludwig II. führte die Bauvorhaben fort und sorgte sogar dafür, dass Teile der Grundmauern des Feldafinger Schlosses für den Bahnhof verwendet wurden – eine Sensation zur damaligen Zeit.

Kaiserin Sisi erfuhr über die jeweiligen Baufortschritte überwiegend aus Briefen. Erst im Juli 1869 konnte Elisabeth zum ersten Mal mit der Dampfeisenbahn an der Station in Possenhofen Halt machen und dadurch fast bis vor die Haustür des Schlosses fahren.

Da das Bahnhofsgebäude im Laufe der Zeit jedoch sehr marode wurde, ließen sich optische Instandsetzungsarbeiten nicht vermeiden. Nach einer alten Vorlage wurde der Königssalon so gut wie möglich in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

In dem historischen Possenhofener Bahnhof befindet sich heute das Kaiserin-Elisabeth-Museum mit einer Dauerausstellung im historischen Prunkwartesalon.